1 Sender-Empfänger-Modell nach gif

1.1 Allgemeines

Der Datenaustausch gem. gif-IDA ist geprägt durch einen Sender, einen Empfänger, IT-Systeme sowie Daten, die zwischen Sender und Empfänger ausgetauscht werden. Die nachfolgenden Definitionen dienen gem. Abb. 1 als Grundlage für das Prozessmodell zum Immobilien-Daten-Austausch.

1.2 Sender

Ein „Sender“ innerhalb des Sender-Empfänger-Modells nach gif ist der Inhaber eines EDV-Systems, in dem Daten generiert, weiterverarbeitet und versandt werden. Bei dem EDV-System des Senders spricht man vom Quellsystem („Quellsystem“).

1.3 Empfänger

Der „Empfänger“ innerhalb des Sender-Empfänger-Modells nach gif ist der Inhaber eines EDV-Systems, der die durch den Sender übermittelten Daten erhält und weiterverarbeitet. Bei dem EDV-System des Empfängers spricht man vom Zielsystem („Zielsystem“).

1.4 Datenfeld

Ein „Datenfeld“ enthält eine zwischen Sender und Empfänger auszutauschende Information. Das Datenfeld ist u.a. geprägt durch sein Format (z.B. Text) und seine Position innerhalb eines Datensatzes, der zwischen Sender und Empfänger ausgetauscht wird. Ein Datenfeld (z.B. Grundstücksgröße) ist jeweils einem oder mehreren Informationsobjekten (z.B. Wirtschaftseinheit) zugeordnet. Bei den Datenfeldern unterscheidet man in sogenannte „Core“-Felder und „Kann“-Felder. „CORE“-Datenfelder nach gif-IDA sind innerhalb eines Prozesses des Immobilien-Daten-Austauschs zwischen Sender und Empfänger zwingend zu übermittelnde Datenfelder. Alle Core-Datenfelder gem. gif-IDA ergeben den gif-CORE-Datenfeldgesamtkatalog. „Kann“-Felder sind Datenfelder, die zwischen Sender und Empfänger optional übermittelt werden.

Abb. 1: Datenaustausch in der Immobilienwirtschaft

1.5 Subsets

Ein „Subset“ ist eine für einen Prozess definierte Zusammenstellung einzelner Datenfelder (Core- und Kann-Felder), die zwischen Sender und Empfänger ausgetauscht werden. Aufgrund der größeren Praxistauglichkeit wurden seitens der gif prozessspezifische Subsets entwickelt. Ein Datenfeld kann in mehreren Subsets vorkommen (siehe Kap. 3). Ein „Core-Subset“ ist eine Untermenge eines Subsets. Im Core-Subset sind alle Core-Datenfelder eines Subsets enthalten. Damit ein EDV-System für einen Prozess des Immobilien-Daten-Austauschs nach gif eine Zertifizierung erhält, müssen mindestens alle Core-Datenfelder (Core-Subset) übermittelt UND eingelesen werden.

1.6 Rule Sets

Die gif-IDA definiert je Subset, welche Datenfelder als Pflichtfelder (core) und als Kannfelder (optional) zwischen Sender und Empfänger auf Basis des Rollenmodells zu
übergeben sind. In der Praxis ist die Verteilung der Aufgaben zwischen Sender und Empfänger und die Pflege der Datenfelder höchst unterschiedlich. Sender und Empfänger müssen deshalb in die Lage versetzt werden, optionale Inhalte individuell zu vereinbaren ohne gesetzte Qualitätsstandards zu unterlaufen. Die Lieferpflichten optionaler Felder können in definierten Regeln (Rule sets) hinterlegt werden. Werden durch Rule sets optionale Felder des Subsets mit Lieferpflichten belegt, werden diese im jeweiligen Sender und Empfängerkontext zu Pflichtfeldern (core). Das Rule Set ist somit ein Filter auf die optionalen Felder eines Subsets. Sowohl vertraglich sowie technologisch ist somit alle
vereinbarten Inhalte eindeutig identifizierbar. Die entsprechenden Definitionen werden in separaten XSD-Dateien gespeichert, welche zusammen mit den XSD_Definitionen des jeweiligen Subsets ausgelesen werden.

1.7 Datenfeldgesamtkatalog

Der „Datenfeldgesamtkatalog“ nach gif-IDA umfasst alle Datenfelder (Core- und Kann- Datenfelder) der einzelnen Subsets. Der „CORE-Datenfeldgesamtkatalog“ ist eine Untermenge des Datenfeldgesamtkatalogs. Er umfasst lediglich alle Core-Datenfelder des Datenfeldgesamtkatalogs.

1.8 Ausprägung

Ausprägungen“ im Sinne dieser Richtlinie sind die vordefinierten Werte bzw. Inhalte, die ein Datenfeld annehmen kann. Die Verwendung von einheitlichen Ausprägungen soll einen hohen Qualitätsstandard bei dem Datenaustausch sicherstellen. So werden beispielsweise bei dem Datenfeld Nutzungsart die Ausprägungen Wohnen oder Büro hinterlegt.

1.9 Ausprägungslisten

Die „Ausprägungsliste“ umfasst alle Ausprägungen, die ein bestimmtes Merkmal annehmen kann. Sie muss erstens vollständig sein, d.h. auch selten verwendete Ausprägungen werden in ihr geführt und zweitens müssen ihre Elemente disjunkt, d.h. überschneidungsfrei, sein. Eine Ausprägungsliste lässt bei der Befüllung eines Datenfelds nur die Auswahl zwischen vordefinierten Ausprägungen oder Auswahlmöglichkeiten zu. Bei der EDV-technischen Umsetzung spricht man von sogenannten „Pull-Down-Menüs“. Die Übergabe des Wertes einer Ausprägungsliste erfolgt anhand eines Codes. So umfasst z.B. die Ausprägungsliste des Datenfelds Nutzungsart für eine kleinstvermietbare Mieteinheit folgende Ausprägungen:

  • Büro
  • Freizeit
  • Handel
  • Gastronomie
  • Kfz-Stellplätze außen
  • Kfz-Stellplätze innen
  • Lager, Hallen, Logistik
  • Produktion
  • Hotel
  • Industrie
  • Wohnen
  • nicht definiert
  • andere Nutzungen

Wo dies möglich war, wurde auf bereits bestehende Ausprägungslisten (z.B. ImmoScout, IPD, ISO etc.) zurückgegriffen und auf die jeweilige Quelle verwiesen. Alle innerhalb der gif-IDA verwendeten Ausprägungslisten sind in Anlage H.1 einsehbar.

1.10 Themenbereich

Ein „Themenbereich“ fasst Datenfelder verschiedener Subsets nach inhaltlichen Kriterien zusammen. Ein Datenfeld kann nur einem Themenbereich zugeordnet werden. So werden z.B. die Grundstücksgröße auf Ebene der Wirtschaftseinheit und die Mietfläche auf Ebene der Mieteinheit innerhalb des Themenbereichs „Fläche“ subsummiert. Die Sortierung der Datenfelder aller Subsets nach Themenbereichen ermöglicht die Vollständigkeitsprüfung aller Themenbereiche.
Folgende Themenbereiche wurden in der gif-IDA V 1.1 hinterlegt:

Tab. 1: Themenbereiche nach gif-IDA
Themenbereiche
Anzahl/ Flächen
Ausstattung
Bau/ Umbau
Bewirtschaftung
Geographische Einordnung
Miete/ Kondition
Kapital/ Werte
Stammdaten
Vertrag
Zustand
Buchung